Korallen

Meine große Offenheit für alle Materialien und Techniken in der Kunst gerät beim Häkeln ins Wanken. Obwohl ich in der Jugend viel gehäkelt habe, einmal auch DEN angesagten Pullunder in einem Tag, kann ich mit umhäkelten Bäumen, Laternenmasten und Pflasterungen gar nichts anfangen. Hier erschließt sich mir nicht die Funktion und auch nicht die künstlerische Absicht.

Wird den Bäumen (und Baumbewohnern) nicht eher geschadet, wenn sie eingepackt werden und  ist das Pflaster noch begehbar mit Wolle drumherum. Ist es überhaupt pc, das uns Menschen nützliche Material funktionslos zu verschwenden?

Solche Bedenken auf Twitter geäußert, führen zum Shitstorm ambitionierter Häkeler:innen, die einem allen Sinn für Schönheit diskussionslos absprechen wollen (mache ich auch nicht noch einmal).

Habe trotzallem neugierig die Ausstellung von Margaret und Christine Wertheim "Wert und Wandel der Korallen"  im Museum Frieder Burda in Baden-Baden besucht und bin so beeindruckt. Hier erschließt sich mir Sinn und Zweck des Häkelns in der Kunst. Laufe staunend, fast mit offenem Mund unter der FFP2 Maske, durch die Ausstellung. Welch bizarre Vorstellung, dass die Häkeleien zu recht ob ihres ästhetischen Wertes bewundert werden, in der Natur jedoch deren Vorbild zunehmend zerstört wird. Das hat schon barocke Züge. Als Berufsoptimistin baue ich aber auf den Häkelappell zur Rettung der Natur. 

Das mit den Bäumen verstehe ich jedoch immer noch nicht.

 

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